Vita

ROMAN ISRAEL (* 1979 in Löbau) studierte Physik, Germanistik und Philosophie in Dresden. Danach arbeitete er als Museumsaufsicht, Garderobenkraft, Texter, Verpacker, Tester für Computerchips, Buchantiquar, Lehrer, Lektor, im Bereich Bühnenaufbau und in der Grünanlagenpflege. Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin und Leipzig. Er schreibt Prosa, Lyrik, Hörspiele, Theaterstücke und macht Filme. Sein Romandebüt „Caiman und Drache“ erschien 2014 im Wiener Luftschacht-Verlag. 2012 war er Stipendiat der „Villa Decius“ und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in Kraków/Polen und 2014 Stipendiat der Kulturstiftung Sachsen im Gerhart-Hauptmann-Haus in Jagniątków/Polen. 2017 ist er Stipendiat im Literaturhaus Prag. Außerdem veröffentlichte er in Zeitschriften (Macondo, Lauter Niemand, Belletristik, Randnummer) und Anthologien (Jahrbuch der Lyrik, Neubuch, Re-covered, Es gibt eine andere Welt). Einige seiner Texte wurden ins Englische, Polnische, Ukrainische, Tschechische und Sorbische übersetzt. Roman Israel liest für die Lesebühnen SAX ROYAL und BOOK BROTHERS in Dresden und Leipzig und ist Mitglied im Schriftstellerverband Sachsen. 2017 erscheint sein zweiter Roman bei Luftschacht.

Publi­kationen

Prosa

Caiman und Drache (Roman). Luftschacht Verlag Wien 2014.
Reise nach Loitoktok (Illustr. Inga Israel). Edition PaperONE 2011.

Lyrik

Rätsel von der Ankunft des Nachmittags (Ill. I. Israel). PaperONE 2011.

in Anthologien

Jahrbuch der Lyrik 2015. Hg. C. Buchwald / N. Gomringer. DVA 2015.
Muse, die zehnte. Antworten auf Sappho von Mytilene. Freiraum 2014.
Re-covered. Neue deutschsprachige Prosa. Verlag Lettrétage 2013.
Eiswüste und Asphaltblut. Leipziger Literaturverlag 2013.
Schlafende Hunde II. Polit. Lyrik. Hg. T. Bachmann. Verlag am Park 2012.
Ein Bild von einem Gedicht. Hg Julietta Fix. Fixpoetry Verlag 2011.
Es gibt eine andere Welt. Hg. A. Altmann u. A. Helbig. Poetenladen 2011.
Welt in der Hand. Hg. Kunsthaus Dresden. Spector Books 2010.
Sax Royal. Eine Lesebühne rechnet ab. Voland & Quist Verlag 2010.
Freiheit herrscht nicht. Hg. Treibhaus e.V. Döbeln. 2010.
Neubuch. Neue junge Lyrik. Hg. Ron Winkler. Yedermann Verlag 2008.
Dresden – Eine literarische Einladung. Wagenbach Verlag 2006.
Stadtgeschehen bei Mischwetter. Hg. Tobi Kunze. Schöneworth Verlag 2006.
best german underground lyriks 2005. Acheron Verlag 2005.

in Zeitschriften

ODA – Ort der Augen. Blätter für Lit. aus Sachsen-Anhalt. 1/2016.
Lautschrift-Heft Nr. 10. Hg. Lit. Gesellschaft Thüringen e.V. 2013.
Belletristik (Zeitschrift für Lit. und Illustration) Nr. 12. 1/2012.
#CYNAL – Neue Kunst im Dialog. 1/2012, 1/2013.
Macondo – Die Lust am Lesen. Edition 24. 1/2011.
Signum (Blätter für Literatur und Kritik). Ausgaben 1/2008 u. 1/2011.
Randnummer – Literaturhefte. Ausgabe 1/2010.
Lauter Niemand (Die junge Literatur aus Berlin). Ausgabe 1/2008.
Der Maulkorb (Zeitschrift f. Lit. u. Gesellsch.). Nr. 1, 9, 11, 16.
Türmen und Bleiben. Hg. Anschlaege.de. 2006.
Randlos (Zeitschrift für Literatur und Grafik). Ausgaben 8, 9.
hEFt für Literatur, Stadt und Alltag. Nr. 24.
Trieb (Das Magazin). Ausgaben 4, 5, 6, 7, 8.
Schöne neue Welt (Magazin für Literatur und Grafik). Ausgaben 2, 3.

in Tageszeitungen und Stadtmagazinen

Sächsische Zeitung (Lausitz). Ausgabe vom 07.08.13.
FRIZZ – Das Magazin (Leipzig) 2/2012.
Junge Welt (Die Tageszeitung). Ausgabe vom 22.11.08.

im Internet

Das Lesebühnen-eBook – Voland & Quist
Radar – magazyn literacki
Fixpoetry
Poetenladen
lyrikmail #2416 u. #2468
cynal

Selfpublishing

Paradies. Illustrationsbuch v. I. Israel. Text: R. Israel. Berlin 2016.
Die leise Ahnung von Sonne. (Ill. von Inga Israel). Leipzig 2014.
Malve & Hibiskus. Korona/*Mantelpoesie 2013.
Strand vakant – Ein Ostseebuch (Ill. von Inga Israel). Leipzig 2012.
Das Alien – Reporte mit drolliger Adjustage (Ill. Inga Israel). 2012.
Felder hinter Wäldern hinter Städten (Illustr. I. Israel). Dresden 2010.
Fotoepigramme (mit Fotos von Christiane Michel). Dresden 2008.

Non-Books

JANDEZ 2010 (Lyrikkalender, Ill. Inga Israel). Dresden 2009.
Rotes Giräffchen (Karten/Drucke m. Lyrik, Ill. I. Israel). Dresden 2008.

Textproben

gibt’s auf meinem Blog: romanisrael.wordpress.com

sowie hier eine kleine Auswahl an Lyrik:

Typ, der in den Gurkenlaster fiel

ich schmiere in
die lichtrandige Nacht
ein Gedicht mit lockerem
Duktus am Horizont die
Reste einer zähen
Abfolge aus Pixeln
heut war so viel All
so viel Tag rückblickend

gesehen denke ich mir eine
Geschichte aus der Urzeit meines
Daseins aus
eine mit Melonen-
esprit und Odeur de la café und zu Ölen zer-
quetschten Tieren
alles sehr professionell
denn alle glauben sie

aber sie ist erstunkenlogen
denn ihre Prägnanz lese ich an der
Größe von Hoch-
häusern ab und was ist
das schon?

Donnergrüße aus der
zwölfzehnten Etage
1,5 Donner pro Meter Flug
und ein Bungeejump
Richtung Laster

ich grüße meinen Arsch im freien
Fall denke: das war‘sch im freien Fall

vorm Fenster des ersten Stockwerks
versuche ich noch so vielen Passanten
wie möglich zu imponieren
ich bin der Traum eines
Traumes eines großen Attraktors

jemand wirft mir dreckige
Socken nach und trifft mich
nicht — saugeil

Gurken wenn ihr zermatschte Gurken
seht dann sagt wen wolltet
ihr töten

Winter

im öden Jahre ‘80 wurde
ich gezeugt im öden Winter
der öden Kabine eines
Traktors

der öde Wind trieb
den Schnee in Wolken vor
sich her

alles war öde Chicken
Wings gabs noch nicht Haribos
gabs noch nicht Döner gabs
noch nicht Tortillas an die hätten wir
nicht mal im Traum gedacht

Himbeeren gabs blöde Himbeeren
Erdbeeren gabs eingekocht und weich
und wabbelig die bauten wir
auf großen Feldern an oben
am schrägen Hang im Garten

nicht mal ne Rolex hatte ich

sodass da viel Heulen war und
Zähneklappern im Land
im öden Winter ’80

Nochmal

als ich die wohnung verlasse hat
sich der morgen bereits
aufgelöst die nachbarin steht
vor der tür u. klingelt mit
dem schlüssel

während ich sie beiläufig
grüße zieht sie mich ins
vertrauen ob ich nicht
bereit wäre einer heirat
mit ihr zuzustimmen

die sonne strahlt durch
meine brillengläser und
zeichnet bunte muster auf
ihren langen hals einer
savannengiraffe

ich lächle lässig
sie küsst mich lässig
und probierts eine tür weiter

nochmal

Bitter sweet

all die langen Jahre die du
mich schejn machtest bittersweet
all die schejnen Dinge die
du mir beibrachtest bittersweet

da hast du nackt vor mir
auf dem Sofa gehockt und ich
hab fijr dich das Mondkalb
gespielt

Jacken probierte ich an
und Westen fijr dich
und Fliegen sogar und
Hijte bis der Wecker ging
klingeling

und der Morgen graute
u. ich auf dem Heimweg
das Singen der Vejgel vernahm

und ich dir ijbern Hof einen
Handkuss zuwarf u. die Sonne die
flejhte ich an sie mejge ijbern
Tag auf dich acht geben

bittersweet

Hörproben

Der Clou des Uhus – Videostory für die 15. Dresdner Schmalfiltage 2014

Bittersweet

Winter

Muhnfinsternis

Doppelkopf (Teaser zum Hörspiel)

Der rote Kahn – live 2010 (Gitarre: Andreas Dörrhöfer)

Die Zeit vor unserer Zeit – live 2010 (Gitarre: Andreas Dörrhöfer)

Prag – live 2007 (Gitarre: Harry Haninger)

Auf gepackten Koffern – live 2008 (Klavier: Matthias Krüger)

In Gebrauch – live 2011 (Musik: live at kalibou beach)

Projekte

2017
– „Unter Eulen – Krakaunovelle“
– Fotoepigramme2 mit Fotos v. Christiane Michel (in Arbeit)
– „Ufos über Wien“ (Storyheftchen, illustriert von Inga Israel, erscheint demnächst)

2016
– Gründung der Leipziger Lesebühne „BOOK BROTHERS“ zus. mit Uwe Schimunek und Benjamin Kindervatter
– BUCH ODER BIER – Literarische Quizzshow zus. mit Uwe Schimunek
– „Tausend Herbste“ (Roman, in Arbeit)
– „Paradies“ (Illustrationsbuch von Inga Israel mit Lyrik von mir)

2015
– Story „Die Nonne“ im Rahmen von TALK WALK Hipster Walk in Leipzig
– Story „Mütterchen Meer“ für die 16. Dresdner Schmalfilmtage
– Gründung und Co-Moderation der lit. Quizshow-Reihe BUCH ODER BIER
– mit Film „Der Clou des Uhus“ u.a. beim 27. Filmfest in Dresden, beim Oderkurz Filmspektakel und beim Kurzfilmfestival KFFK Köln vertreten

2014
– Kurzgeschichte „Der Clou des Uhus“ für die 15. Dresdner Schmalfilmtage
– „Der Mann, der seinen Platz kennt“ (Roman, in Arbeit)

2013
– Gründung und Moderation der monatl. lit. Reihe „Expedition Wordpol“
– Mitgründung der Leipziger Lesebühne „Kosmonaut“
– „Die leise Ahnung von Sonne“ (Storyband, illustr. v. Inga Israel)
– „Malve und Hibiskus“ Lyrikband (Korona/*Mantelpoesie)
– Ausstellung u.a. der Bücher „Strand vakant – Ein Ostseebuch“ und „Reise nach Loitoktok“ im Tschechischen Zentrum Berlin im Rahmen von „OFFPRINT“

2012
– Uraufführung Theaterstück „CALB“ im Theater Barakah in Kraków/Polen
– Krimi-Hörspiel „Doppelkopf“ mit live at kalibou beach
– „Banana Jones“ (Roman)
– „Das Alien – Reporte m. drolliger Adjustage“ (Storyheft, Ill. I. Israel)
– „Strand vakant – Ein Ostseebuch“ (Lyrikband, Ill. I. Israel)
– „Strand vakant“ (Ausstellung mit Druckgrafiken von Inga Israel und Lesung in der Berliner Galerie General Public)
– „Antennen-Wald-Gesichter“ (lit. Skizzen zu Bildern v. Jacques Capellmann + Ausstellung)

2011
– Mitgründung und seitdem Mitglied der Leipziger Lesebühne WEST
– „White Out“ (Story zu einem Bild von Udo Hagedorn)
– „Reise nach Loitoktok“ (Storyband, illustr. v. Inga Israel)
– „CALB“ (Theaterstück)
– „Doppelkopf“ (Story i. R. „Recover Onetti“ Verlag Lettrétage)
– „Afrika“ (Elektropop von live at kalibou beach feat. Roman Israel)
– „Caiman & Drache“ (Roman)

2009-2010
– „Felder hinter Wäldern hinter Städten“ (Lyrikbd., Illustr.: Inga Israel)
– „Die Knochenmacher“ (Radiolesung, Gitarrenbegleitung: Andreas Dörrhöfer)
– „SMS-Lyrik“ (i. R. der Ausstellung „Welt in der Hand“ Kunsthaus Dresden)
– „Die feiste Fresse des Krösus“ (Radiolsg., Musik: live at kalibou beach)
– „Rätsel v. der Ankunft d. Nachmittags“ (Lyrikbd., Illustr.: Inga Israel)
– „Rätsel von der Ankunft des Nachmittags“ (Lesung mit Musik von live
at kalibou beach
u. Diaprojektionen)
– „Die entblößten Brüste“ (Lyrik vs. Gitarre, Musik: Andreas Dörrhöfer)
– „JANDEZ 2010“ (Lyrikkalender, mit Illustrationen von Inga Israel)

2005 – 2008
– Mitgründung der Dresdner Lesebühne SAX ROYAL
– „Lyrik + Klavier“ (Musik v. Matthias Krüger)
– „Nacht“ (Kurzfilm mit Daniel Böhm)
– „Fotoepigramme“ (Lyrikband, mit Fotos v. Christiane Michel)
– „Fotoepigramme“ (Ausstellung/Lesung, mit Fotos v. Christiane Michel)
– „Rotes Giräffchen“ (Postkartenserie, mit Illustrationen v. Inga Israel)

Bilder

Roman Israel

Foto: Jörg Singer

Roman Israel

Foto: Jörg Singer

Roman Israel

Foto: Jörg Singer

Roman Israel

Foto: Jörg Singer

Roman Israel

Foto: Jörg Singer

Roman Israel

Foto: Jörg Singer

Illustration: Inga Israel

Illustration: Inga Israel

Presse­stimmen

Zum Roman „Caiman und Drache“:
„[…] Israel [beweist] feinnerviges Gespür für das sinnfällige, auch sprachlich sensibel erfasste Detail und für folgerichtig-pointierte Zuspitzung.“ (Signum – Blätter für Literatur und Kritik, Ausgabe Sommer 2016)

„Komisch und einfühlsam zugleich beschreibt das Buch das Aufwachsen eines Zwillingsbrüderpaars während der Zwischenkriegszeit in der deutsch-polnisch-tschechoslowakischen Grenzregion.“ (literadio.org, 03/2015)

„Roman Israel gelingt mit »Caiman und Drache« ein sprachlich eigenwilliges und sehr farbiges Bild einer Epoche und eines Landstrichs […] ein gleichermaßen spannendes wie berührendes und sogar komisches Stück Literatur.“ (Kreuzer, 01/2015)

„In seinem Debüt zeigt Roman Israel ein großes Gespür für Szenen und Situationen.“ (MDR-Figaro 03.12.14)

„Roman Israel versteht es, realistisch und dank einer Fülle von Details sehr lebendig zu erzählen.“ […] „Ein gut zu lesendes beachtenswertes Buch.“ (Dresdner Neueste Nachrichten, 28.11.14)

„Roman Israels Debütroman „Caiman und Drache“ macht Lust auf mehr.“ (Fixpoetry.com, 01.11.14)

„Roman Israel gelingt es gut, Zeitgeist und Schicksalsschwere, Bitternis und Humor zu einer Melange zu vereinen, die glaubwürdig wirkt und mitunter witzig ist.“ (Sächsische Zeitung, 16.10.14)

„[…] Roman Israel legt mit Caiman und Drache einen grandiosen Debütroman vor.“ […] „Dieser Roman trägt sehr viel zur Vergangenheitsbewältigung zwischen der deutschen und polnischen Bevölkerung bei und wird wegen der Seltenheit des Themas breit empfohlen.“ (ekz ID 2014/39)

„[…] ein komprimiertes Panorama mit gelungenem Zeitkolorit und lässigem Duktus.“ (sf magazin, 20.09.2014)

Zur Lyrik:
„Die Gedichte von Roman Israel […] haben einen gewissen Drive, einen Groove […] der eigene Duktus ist eingängig und macht etwas auf […]“ (Fixpoetry, 13.05.2016)

„Seine markante Vortragsweise harmoniert mit den Eigenarten des fesselnden Textes.“ (ARTiBERLIN, 27.04.13)

„[…] kurze Gedichte wie „Tochter beim Pokern verspielt“ oder „Eichhörnchen“ brachten das Publikum durch einen knackigen und pointierten Schreibstil zum Toben.“ (Der Tip – Die Studentenzeitung der Uni Bayreuth, 08.12.11)

„Lyriker und Gott“ (Berliner Zeitung, 08.07.10)

„[…] Israel, der mit seiner stakatoartigen Sprachrhythmik jedem Gedicht eine Schärfe verleiht, die beim Hören ordentlich zwiebelt.“ (Dresdner Neueste Nachrichten, 10.01.2009)

„[…] fallen dessen mal groteske, mal subtile Gedichte ohne Metaphern erfrischend aus dem Rahmen.“ (Dresdner Kulturmagazin 01/2009)

„[…] ausgesprochen energiegeladene Gedichte“ (Dresdner Stadtmagazin, September 2008)

„Mit verzerrter und wandelbarer Stimme begeistert Israel nicht nur mit dem Text, sondern auch mit der Stimmführung und eingeworfenen Kommentaren […]“ (Leipziger Volkszeitung, 26.08.08)